Heidenhaus aus dem 15. Jh. in Mund VS
Work in Progress

Dank der Initiative von Sophie Providoli, einer unermüdlichen Mitarbeiterin der Walliser Denkmalpflege und einem Rettungsaufruf vom Schweizer Heimatschutz auf den sozialen Medien wurden wir im April 2017 auf das bemerkenswerte Gebäude aus dem 15. Jahrhundert aufmerksam und konnten es kurz darauf von seinem Vorbesitzer, Herrn Raban Pfammater unter der Bedingung des Erhaltes erwerben. Sozusagen in letzter Sekunde konnte somit der wegen akuter Einsturzgefahr genehmigte Abriss eines der ältesten Wohnhäuser der Gemeinde abgewendet werden. Das für diese Epoche ungewöhnlich stattliche Doppelwohnhaus bildet zusammen mit drei weiteren Wohn- und etwa zehn Wirtschaftsbauten den kleinen Weiler „Unner Warbflie“, der sich etwas abgelegen auf der niedersten Geländeterrasse des Munder Berges in der Gemeinde Naters befindet. Bemerkenswert ist nicht nur das schiere Alter des Gebäudes. Dendrochronologische Untersuchungen datierten die Mehrheit des Föhrenbauholzes auf das Fälljahr 1435.

 

Auch der aus Bruchsteinen gemauerte Specksteinofen stellt als Vorgänger des traditionell Walliser Giltsteinofens eine Seltenheit dar, von dessen Typ noch 4 Exemplare im Kanton erhalten sind. Leider zeigte die Bausubstanz substanzielle Schäden and Dach- und Wandflächen wodurch eine rasche Sicherung und Entlastung der Struktur angezeigt war. Im Juni konnten wir erste Arbeiten ausführen, ein Zimmermannsgerüst errichten, das teilweise eingestürzte Steinplattendach rückbauen und ein Notdach erstellen. Das Gebäude ist nun vorerst gesichert, was das Erstellen von detaillierten Aufnahmeplänen ermöglicht, auf deren Basis wir eine Machbarkeitsstudie für die Restaurierung planen. In den nächsten zwei Jahren werden wir uns im Rahmen meiner Weiterbildung zum Handwerker in der Denkmalpflege, Fachrichtung Holzbau eingehend mit dem Gebäude befassen wovon wir an dieser Stelle auch regelmässig berichten werden. Vorab aber erst die von Sophie Providoli und Werner Bellwald verfassten Berichte zum Haus.


Bericht der Denkmalpflege Wallis vom März 2017, Sophie Providoli

 


Bericht von Dr. Werner Bellwald, 24. April 2017

 


Dendrochronologische Untersuchungen, Martin Schmidhalter im April 2017

 


Zeitungsartikel im Walliser Boten vom 14. Juli 2017

 

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