Philosophie
"Auf einmal seh' ich Rat und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!"
Goethe "Faust"

Die Häuser, die ich umbaue, sind voller Geschichten. Geschichten von Menschen, die sie erbauten und von denen, die sie bewohnten. Das Dorf, die Landschaft, die Zeit, sie alle haben ihre Spuren in den Häusern hinterlassen. So verweisen Kratzspuren am Türblatt auf den Hofhund, der mit den Pfoten Einlass in die Stube begehrte. Aus der Beschaffenheit der Jahresringe lassen sich die damaligen klimatischen Bedingungen und Exposition des Baumes herauslesen. Die groben Kerben in den Holzbrettern der Stubendecke verraten die einstigen Axtschläge des Zimmermanns und auch wenn das Feuer in der Küche längst erloschen ist, lassen einem die Zentimeter dick verrussten Wände Szenen des vergangenen alltäglichen Lebens erahnen. Mit diesem Bewusstsein und Wissen baue ich als Handwerker an den Häusern weiter, füge Neues hinzu und verbinde es harmonisch mit dem Bestehenden.

Dabei achte ich auf den feinen Zusammenklang der Materialien und eine ausgewogene Komposition der Dinge. Das Wissen um deren Herstellung und meine Erfahrungen im Möbelbau und der Architektur erlauben es mir, tief in das Wesen der Dinge vorzudringen und ausgehend von den überlieferten Techniken neue Wege zu gehen. In der Erlangung einer selbstverständlichen Präsenz der Dinge liegt bei Umbauten die grösste Herausforderung. Als wäre es schon immer so gewesen. Dabei geht es mir darum, mit einem sorgfältigen und sinnlichen Einsatz der Materialien Räume zu schaffen, die nahe beim Menschen und den zukünftigen Bewohnern sind, ohne dass die Geschichten des Ortes dabei verloren gehen.